Die Ringgröße nachträglich ändern lassen

Mit der Zeit verändern sich die Dinge, auch der Körper macht Veränderungen durch. Auf Grund von Schwangerschaft, Gewichtsschwankungen oder Krankheit kann es durchaus passieren, dass der Verlobungsring oder der Ehering plötzlich nicht mehr passt. In dem Fall sollte die Ringgröße schnellstmöglich neu angepasst werden, bevor das gute Stück noch verloren geht oder zu Hause in der Schmuckschatulle unbenutzt sein Dasein fristet.

Um die Ringgröße ändern zu lassen, sollten Sie unbedingt einen Fachmann aufsuchen. Das kann der Goldschmied vor Ort sein, aber auch der Online-Juwelier Ihres Vertrauens. Haben Sie den Ring online erstanden, erhalten Sie meistens sogar einen günstigen Preis beim selben Shop, um den Ring ändern zu lassen.

Wie wird die Ringgröße geändert?

Prinzipiell gibt es ja nur zwei Fälle: Entweder ist der Ring zu klein oder zu groß. Was so banal klingt, ist am Ende für den Juwelier aber teils sehr schwierig umzusetzen, wobei kleine Anpassungen schnell korrigiert sind, größere Differenzen erfordern dagegen schon mehr Aufwand.

1. Den Ring weiten:

Der Ring kann mit Hilfe spezieller Technik gedehnt werden. Da das Material dabei stark strapaziert wird und schnell an die Grenzen kommt, sind nur 1 bis 2 Größenunterschiede sinnvoll.

Für größere Änderungen muss der Ring „aufgeschnitten werden“. Sprich der Goldschmied trennt den Ring an einer Stelle durch, dehnt ihn und setzt neues Material ein. Dieses muss haargenau an den Ring angepasst werden, damit sowohl die Legierung stimmt, als auch die Maße. Die Schnittstelle wird anschließen verlötet, geschliffen und poliert. Das erfordert akribische Feinarbeit – doch bei sorgfältiger Arbeit ist von der Ringgrößenänderung am Ende nichts mehr zu sehen, außer dass der Ring wieder wunderbar passt.

Es erfordert feinste Handarbeit, um die Ringgröße nahtlos anzupassen.

2. Den Ring verengen:

Für den umgedrehten Fall verhält es sich ähnlich. Geringfügige Verkleinerungen der Ringgröße lassen sich durch ein Stauchen des Ringes erzielen. Aber auch hierbei sind die Kapazitäten des Materials schnell erschöpft.

Alternativ kann der Juwelier dünne Metall-Einlagen an die Innenseite des Ringen einarbeiten und so den Innendurchmesser unauffällig verkleinern.

Um größere Differenzen auszugleichen muss jedoch wieder geschnitten werden. Wie bei der Vergrößerung wird der Ring durchtrennt. Statt neues Material einzusetzen, wird der diesmal etwas entfernt, der Ring gestaucht und neu verlötet, geschliffen und poliert.

Besonders schwierig sind mit Edelsteinen besetzte Ringe zu korrigieren.

Welche Besonderheiten müssen beachtet werden beim Ändern der Ringgröße?

Schlichte Ringe sind noch relativ leicht zu korrigieren. Schwierig – und damit auch teurer – wird es sobald der Ring Besonderheiten hat, wie z.b.:

  • Fassung mit Edelstein bzw. Diamanten: Einige lassen sich leicht bearbeiten, andere schwerer. Unterschiede gibt es dabei unter anderem zwischen Spannringen, Krappenfassung und Kanalfassung. Letztere bestückt den Ring reihum mit Steinen, hier ist eine Menge Zeit und Know-How gefragt.
  • Gravuren: Auch die Gravur wird von Dehnen und Stauchen beeinflusst, meist so minimal, dass es kaum auffällt. Wird der Ring jedoch zerschnitten, muss die Gravur gegebenenfalls komplett erneuert werden.
  • Komplexe Legierungen: Damit sich das Material nahtlos aneinanderfügt und beim Tragen dieselben Eigenschaft aufweist, z.b. hinsichtlich Gewicht, Farbe, Temperaturverhalten, Glanz etc. muss ein neu eingesetztes Stück beim Vergrößern des Ringes exakt angepasst werden. Ist der Ring bicolor oder sogar tricolor, sprich hat mehrere Metalle im Design, muss jedes einzeln angepasst werden.
  • Aufwendige Designs und Oberflächengestaltungen: Schnörkel, Muster, Matt-Effekte und Ähnliches erschweren die Ringgrößenänderung zusätzlich. Hier sollten Sie unbedingt vorher Machbarkeit und Preis beim Juwelier anfragen, eventuell gibt es auch mehrere Optionen, damit Ihr Ring wieder perfekt sitzt.

Fotos: © Fotolia/ Gerhard Seybert, Fotolia/ nd3000, Fotolia/mavoimages

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