Aberglaube rund um Ringe

Dem Partner als Symbol der Liebe einen Ring an den Finger zu stecken ist eine uralte Tradition. Ebenso lange überliefert sind abergläubische Mythen und Bräuche rund um das Thema Ringe und Hochzeit. Eines der bekanntesten Beispiele ist, dass die Braut etwas Altes, Neues und Blaues zur Hochzeit tragen sollen. Und wie steht es um die Ringe?
Einst glaubten die alten Römer und Ägypter, dass durch den Ringfinger der linken Hand eine Ader zum Herzen führe. Daher trug man den Ring an der linken Hand. Heute ist dieser Irrtum widerlegt, dennoch in vielen Ländern weiterhin ein sorgsam geführter Brauch. In Deutschland dagegen ist es üblich, den Ehering an der rechten Hand zu tragen. Andere Aberglauben halten sich darüber hinaus nach wie vor.

Abergläubische Paare tragen ihre Ringe am Besten stets bei sich.

Bloß kein Fauxpas bei der Trauzeremonie

Bereits am Hochzeitstag gilt größte Vorsicht walten zu lassen. Natürlich sollte man die Ringe auf keinen Fall vergessen mit zu nehmen. Jedoch ist es für viele Abergläubige ebenso dramatisch, wenn der Ring am Tage der Hochzeit fallen gelassen wird. Insbesondere der Bräutigam darf den Ring beim Anstecken nicht fallen lassen, sonst folgt angeblich eine unharmonische Ehe. Ein weiterer Mythos besagt: Fällt der Ring der Frau runter, stirb sie noch vor ihm – umgekehrt tritt der Gatte zuerst ab, sollte sein Ring fallen.

Sollten es dennoch passieren, darf sich auf keinen Fall das Brautpaar nach den gefallenen Ringen bücken. Dies könnte sogar noch mehr Pech bedeuten. Stattdessen sollten sich die Gäste und Angehörigen dieser Aufgabe widmen.

Hat der Ring dann doch zielsicher die Hand des Partners erreicht, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Die nächste Hürde: Der Ring darf beim Überreichen nicht stecken bleiben. Daran soll sich abzeichnen können, wer einmal später in der Ehe die Oberhand hat: Gleitet er anstandslos auf den Finger der Dame, wird der Mann wohl das Sagen haben, bleibt er stecken, übernimmt sie die Zügel in der Ehe. Mogeln gilt übrigens nicht…

Ein guter Priester bei der kirchlichen Trauung ist ohnehin sehr empfehlenswert. Verspricht er sich während seiner Rede, bringt dies Glück. Dafür darf er nach dem Überreichen der Ringe nicht mehr „Amen“ sagen.

Vor allem der Damenring sollte nie entfremdet werden, sonst geht der Gatte fremd.

Auch nach der Hochzeit auf der Hut sein

Abergläubische Paare sollten auch während des gemeinsamen Eheleben gut auf ihre Ringe achten. Demnach darf gerade die Gattin ihren Ehering niemals weiterreichen. Gibt sie ihn an eine neugierige Freundin oder jemand anderen weiter, und sei es nur zum näher Betrachten, wird ihr Mann laut Aberglaube zur Folge fremdgehen. Den Ring an den falschen Finger zu stecken, beispielsweise den Mittelfinger, könnte dieselben Konsequenzen haben. Für Brautschleier und Brautkleid gilt dies übrigens ebenfalls.

Glaubt man einem etwas eigensinnigen Brauch soll man den Ring unbedingt vor Kälte bewahren. Wird er getragen, nimmt das Metall die Körpertemperatur an – bleibt er häufig unbenutzt liegen wird der Ring kalt. Und demzufolge soll wohl auch die Liebe erkalten.

Geht einer der Ringe gänzlich verloren, so soll dies im gleichen Zuge das Aus für die Ehe bedeuten. Deswegen gilt: Eheringe vor Unglück schützen, häufig tragen und nicht aus Spaß damit herum albern, sondern stets ihren Wert, insbesondere den immateriellen, zu schätzen wissen – dann klappt’s auch mit der Ehe.

Fotos: © Fotolia/ nagaets, Fotolia/ Vladimir Sazonov, Fotolia/ Faferek, ringe.de

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